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Margarita d' Austria
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| Margareta von Oesterreich |
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Margareta
von Oesterreich und stadt Ortona
Margerete von Oesterreich, Herzogin von Parma, Tochter des
Kaisers Karl V, erwibt am 21. Februar 1582 in der belgischen
Stadt Namur fuer 54.000 Dukate die Stadt Ortona, die damals
ungefaehr Einwohner in fast 800 haeuslichen Gemeinschaften
zaehlte. Die stadt war in zwei Gebiete unterteilt, Terravecchia
und Terranuova, verfuegte ueber eine fast autonome Verwaltung
und die Leitung des Oeffentlichkeitswesens unterlag einem
48 koepfigen Rat van Decurioni,1 waehrend die Zentralgewalt
durch einen loeniglich ernannten Statthalter ausgeuebt wurde.
Die Stadt lebre von Landwirtschaft und vom Seehandel aufgrund
der vielfaeltigen Handelsbeziehungen mit den oestlichen Mittelmeerlaendern
und vor allem mit der Republik Ragusa. Ende Oktober 1583
haelt Margarete ihren triumphalen Einzug in Ortona, wo sie
im palastaehnlichen Haus des Messer Camillo De Sanctis auf
der Piazza San Tommaso beherbergt wird. Die Herzogin bleibt
bis April 1584 in der kleinen Stadt an der Adria. Nach mehreren
weiteren Zwischenaufenthalten in Ortona kehrt sie dann im
Oktober 1585 endgueltig dorthin zurueck und verlaesst Ortona
bis zum ihrem Tode nicht mehr; sie stirbt im Januar 1586
im Hause des De Sanctis.
Margarete liess sich in Ortona einen Palast errichten, der
noch heute beeingruckend ist, obleich nur noch ein Drittel
des urspruenglichen Gabaudes vorhanden ist; dieser Palast
sollte dazu dienen, die Bedeutsamkeit der Tochter von Kaiser
Karl V und Schwester von Koenig Philipp II wiederzuspiegeln.
Die Fundamente des Palastes wurden im Maerz 1584 errichtet;
das Projekt des Bauwerks war von dem beruehmten Architekten
Giacomo Della Porta erstellt, die Ausfuehrung allerdings
von dessen Schueler Gregorio Caronica uebernommen worden.
Die Errichtung dieses Gabaudes hatte fuer die Stadt Ortona
und die gesamte Region Abruzzen eine grosse kulturelle Bedeutung.
In ibrem Testament verfuegte die Horzogin unter anderem die
Fertigstellung des Palazzo Farnese von seiten hirer Erben.
Die Regierung der Margarete in Ortona ist durch grosse Anteilnahme
und Fuersorge gekennzeichnet. Ortona war von Margarete “als
Fuerstentum mit ausgedehnten Privilegien” erworben worden
und gehoerte somit als persoenliches Lehen nicht zu den allgemeinen
koeniglichen Besitztuemern, sondern wurde durch einen von
ihr erwaehten Vertreter und mit “gesonderter Gesetzgebung”
verwaltet.
1 altroemischer Begriff, hier: Mitlgied der Stadtverwaltung.
Margarita
d'Austria e Ortona
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Prof.
Nicola Iubatti
Presidente Ass. Archeologica Fraentana - Ortona
Im namen der Margareta
von Oesterreich
Es besteht seit jeher ein unaufloesliches Band zwischen
der Stadt Ortona und Margaret von Oesterreich, die
in der zweiten Haelfte des 16. Jahrunderts viele Orte
in den Abruzzen stark gepraegt hat. Margarete uebernimmt
im Jahre 1572 die staendige Herrschaft ueber die Abruzzen
und laesst sich in L’Aquila nieder, zu einer Zeit,
in der ganz Europa in politischer Hinsicht eine besonders
schwierige Phase durchlaeuft und in der sich eine tiefgehende
Religionskrise in einer Reihe von Kriegen auswirkt,
die den gesamten Kontinent mit Blut beflecken. Man
schreibt das Jahr der Bartholomaeusnacht in Frankreich,
es darf dabei aber auch nicht uebersehen werden, dass
im Jahr zuvor die christliche Flotte die Tuerken bei
Lepanto besiegt und so Europa vor einer drohenden Gefahr
bewahrt hatte. Gerade in dieser Zeit, in der die Machtplaene
der Kaiser Karl V und spaeter Philipp II nunmehr Vergangenheit
sind, beginnt sich das Landshaftsbild der modernen
Zeit ohne die dauerhafte Vormachstellung eines Landes
abzuzeichnen.
Die Tochter Karls V wechselt 1580 ihren Wohnsitz nach
Flandern, kehrt aber nach Konflikten mit ihrem Sohn
Alessandro Farnese wieder nach Italien zurueck, wo
sie im Jahre 1584 Ortona als ihren endgueltigen Standort
auserwaehlt und den Bau des Palazzo Farnese in Auftrag
gibt, dessen Projekt auf Giacomo Della Porta zurueckgeht.
Margarete wird die Ausfuehrung des Bauwerks allerdings
nicht mehr erleben; sie stirbt am 20. Januar 1586 in
dem abruzzesischen Ort.
Die Person der Margarete von Oesterreich hat in vielen
geschichtlichen Epochen grosses Interesse bei den Historikern
geweckt, die in ihrem Urteil ueber sie nie mit wohlwollenden
Kommentaren gespart haben. So hat zum Beispiel Muratori
Margaretes Faehigkeit gepriesen, eine kluge Herrschaft
in einer Zeit auszuueben, in der es die durch immer
wiederkehrende Kriege ausgeloesten finanziellen Schwierigkeiten
nicht leich machten, auch an das Wohl der Untertanen
su denken.
Die bewegte Lebensgescichte der Margarete von Oesterreich,
die Veraenderungen im politicschen und kulturellen
Gleichgewicht jener Zeit wiederspiegelt, erfaehrt in
den Abruzzen und insbesondere in Ortona eine gewonnenen
Faehigkeiten als kluge Herrscherin am besten zum Ausdruck
kommen. In ihrer Person vereinen sich zweifellos die
Merkmale, die jebe an Krisen reiche Zeit praegten und
die auch im Bereich der Kunst starken Ausdruck fanden,
wo sie zum Zusammenbruch der Ideale von Einigkeit und
Universalitaet fuehrten, die noch in den vorangegangenen
Jahrhunderten dominiert hatten. Margarete hat die bedeutendsten
Kuenstler der italienischen, spanischen und flaemischen
Schulen persoenlich gekannt, die heute so prachtvoll
das Pradomuseum schmuecken; dort kann man auch das
beruehmte Portraet bewundern, auf dem sie in strengem,
verschlossenem Ausdruck fuer die Nachwelt verewift
ist.
Es liegt auf der Hand, dass Margarete die Gegenreformation
unterstuetzte, und dies nicht nur aus dynastischen
Gruenden, sondern aus tiefster Ueberzeungung. Sie nahm
somit Partei fuer eine Erneuerung innerhalb der menschlichen
und kulturellen Tradition in einem Europa, in dem die
Habsburger zu den bedeutendsten Vertretern gehoerten.
Die Geschehnisse in unserem Land in den nachfolgenden
Jahrhunderten duerfen nicht dazu fuehren, dass dieses
geschichtliche und kulturelle Gut, fuer das Palazzo
Farnese in Ortona als Symbol dasteht, in Vergessenheit
geraet; dies gilt besonders fuer die heutige Zeit,
in der die Shche nach nationaler Einheit Hand inHand
geht mit dem Versuch, ein vereintes Europa zu Schaffen,
in dem die Kultur der einzelnen Voelker respektiert
wird. Das Ex-Libris-Werk, gleichzeitig sowohl Kunstwerk
als auch Werkzeug fuer unterschiedliche kultirelle
Traditionen, stellt heutzutage ein bevorzugtes Symbol
fuer das Beduerfnis des Menschen nach echter Komunikation
dar, die nur bei gegenseitigem Respekt der Identitaet
eines jeden einzelnen bestehen kann.
In den schweren Jahren innerhalb der juengsten europaeischen
Geshichte, als Europa durch den Eisernen Vorhang -
Sinnbild fuer das Aufeinanderstossen unterschiedliche
Ideologien - geteilt und ein Austausch zwischen den
Kuenstlern und den menschen an sich extrem schwierig
war, hat das Ex-libris, nicht zuletzt aufgrund seiner
geringen raeumlichen Abmussungen (die aber nicht auf
seinen kuenstlerischen Wert schliessen lassen sollen)
die Rolle eines wichtigen Komunickationsmittels von
hohem symbolischen Wert ausgeuebt.
Nel nome di
Margarita d'Austria |
Vincenzo
Centora |
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